🔥 Ofen-Datenblatt

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Glossar: Begriffe rund um Kaminofen-Daten

1. BImSchV, Stufe 1 und Stufe 2

Die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen legt Grenzwerte für Staub und Kohlenmonoxid sowie einen Mindestwirkungsgrad fest. Stufe 1 galt für Geräte, die zwischen 2010 und 2014 errichtet wurden; seit 2015 müssen neu aufgestellte Geräte Stufe 2 einhalten. Für Kaminöfen (Raumheizer mit Flachfeuerung) heißt Stufe 2: höchstens 1,25 g/m³ CO und 0,04 g/m³ Staub bei mindestens 73 % Wirkungsgrad; für Pelletöfen ohne Wassertasche 0,25 g/m³ CO und 0,03 g/m³ Staub bei 85 % (Anlage 4 der 1. BImSchV, bezogen auf 13 % O₂).

DIN EN 13240, 13229, 14785, 15250 und EN 16510

Die Normen beschreiben, wie ein Gerät geprüft wird: 13240 Kaminöfen (Raumheizer), 13229 Kamineinsätze, 14785 Pelletöfen, 15250 Speicheröfen, 12815 Herde. Die neue Normenreihe EN 16510 löst sie ab. Eine Prüfung nach Norm sagt noch nichts über die BImSchV-Stufe – die ergibt sich erst aus den gemessenen Werten. „DIN EN 13240 und BImSchV Stufe 2“ heißt also: nach 13240 geprüft und dabei die Stufe-2-Grenzwerte eingehalten.

Nennwärmeleistung, Raumwärmeleistung, Teillast

Nennwärmeleistung ist die geprüfte Leistung bei bestimmungsgemäßem Betrieb. Raumwärmeleistung ist der Teil, der in den Aufstellraum geht (bei wasserführenden Geräten weniger als die Nennwärmeleistung). Teillast ist die kleinste geprüfte Leistung – wichtig für gut gedämmte Häuser.

Abgastripel: Massenstrom, Abgastemperatur, Förderdruck

Die drei Abgaswerte braucht der Schornsteinfeger für die Berechnung nach DIN EN 13384-1. Viel Massenstrom braucht einen größeren Querschnitt, eine niedrige Abgastemperatur bedeutet weniger Auftrieb im Schornstein, und der notwendige Förderdruck (in Pascal) ist der Zug, den der Schornstein mindestens liefern muss.

Raumluftunabhängig (RLU) und DIBt-Zulassung

Ein raumluftunabhängiger Ofen bezieht die Verbrennungsluft über eine dichte Leitung von außen und ist so dicht, dass er mit einer Lüftungsanlage oder Dunstabzugshaube zusammen betrieben werden darf. Dafür braucht er eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des DIBt (Nummer meist „Z-43.12-…“). Ein externer Luftanschluss allein macht einen Ofen noch nicht raumluftunabhängig.

Mehrfachbelegung

Mehrere Feuerstätten an einem Schornstein. Das ist nur mit Geräten erlaubt, die dafür geeignet sind (meist mit selbstschließender Feuerraumtür) und wenn die Schornsteinberechnung es zulässt.

Zeitbrand und Dauerbrand

Zeitbrand-Feuerstätten werden mit einzelnen Holzauflagen betrieben; Dauerbrand-Feuerstätten können mit einer Brennstofffüllung (z. B. Braunkohlebriketts) mehrere Stunden Glut halten.

Ökodesign (EU 2015/1185)

Seit 2022 gelten EU-weit Mindestanforderungen an Raumheizungs-Jahresnutzungsgrad und Emissionen (Staub, OGC, CO, NOx) für neu in Verkehr gebrachte Einzelraumheizgeräte.

Leistungserklärung (DoP)

Nach der Bauproduktenverordnung muss der Hersteller für jedes Gerät eine Leistungserklärung ausstellen. Sie enthält u. a. Leistung, Wirkungsgrad, Emissionen und die Abgaswerte und wird für die Abnahme durch den Schornsteinfeger gebraucht.

Art. 15a B-VG, LRV, Flamme Verte, DM 186

Vergleichbare Anforderungen in Österreich (Vereinbarung nach Art. 15a B-VG), der Schweiz (Luftreinhalte-Verordnung), Frankreich (Flamme Verte, Sterne) und Italien (DM 186/2017, 1–5 Sterne).

Bezirksschornsteinfeger und Abnahme

Vor dem Einbau sollte der zuständige bevollmächtigte Bezirksschornsteinfeger einbezogen werden; er prüft Schornstein, Verbrennungsluftversorgung und Abstände und nimmt die Feuerstätte vor der ersten Inbetriebnahme ab.

Vereinfachte Erklärungen ohne Gewähr. Maßgeblich sind die Verordnungs- und Normtexte.